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Gipfelerklärung anlässlich des NATO-Gipfels in Ankara am 7. und 8. Juli 2026

Gipfelgelände Ankara

Gipfelgelände Ankara © NATO

07.07.2026 - Artikel
  1. Wir, die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs des Nordatlantischen Bündnisses, sind in Ankara zusammengekommen, um unser unverbrüchliches Bekenntnis zu unserer gemeinsamen Verteidigung nach Artikel 5 des Vertrags von Washington sowie zum transatlantischen Bund zu bekräftigen. Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle. Unsere Geschlossenheit, Solidarität und gemeinsame Stärke bilden nach wie vor das Fundament für Frieden, Sicherheit und Wohlstand für eine Milliarde Bürgerinnen und Bürger in unserem Bündnis freier und demokratischer Nationen. Wir bekennen uns weiterhin zu unserem 360-Grad-Ansatz bei Abschreckung und Verteidigung.
  2. Um der langfristigen Bedrohung der euroatlantischen Sicherheit und Stabilität durch Russland sowie der anhaltenden Bedrohung durch den Terrorismus zu begegnen, setzen die Verbündeten die in Den Haag gegeben Verteidigungszusagen um. Die europäischen Verbündeten und Kanada haben 2025 ihre Investitionen in Kernanforderungen im Verteidigungsbereich um mehr als 139 Milliarden US-Dollar erhöht. Durch unsere Investitionen werden die von uns benötigten Fähigkeiten bereitgestellt sowie unsere industrielle Basis und Resilienz gestärkt. In Ankara kündigen wir heute neue Beschaffungen im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar an und bekennen uns dazu, unsere gemeinsamen Fertigungskapazitäten auszuweiten und mit der Industrie zugunsten schnellerer Innovationen zusammenzuarbeiten. Wir werden uns weiterhin darum bemühen, im Verteidigungsbereich bestehende Handelshemmnisse zwischen den Verbündeten zu beseitigen, und werden die Partnerschaften der NATO dazu nutzen, die Substanz und Zusammenarbeit der Rüstungsindustrie maximal zu stärken.
  3. Wir gestalten die Zukunft: ein stärkeres Europa innerhalb einer stärkeren NATO – ein modernisiertes Bündnis. Die europäischen Verbündeten und Kanada übernehmen in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisses. Grundlage für Abschreckung und Verteidigung seitens der NATO ist eine geeignete Kombination aus nuklearen, konventionellen und Raketenabwehrfähigkeiten, ergänzt durch Weltraum- und Cybermittel. Wir sind entschlossen, unseren Gefechtsvorteil aufrechtzuerhalten. Wir investieren in unsere Fähigkeit, unsere Streitkräfte zu verlegen, einzusetzen und durchhaltefähig zu unterstützen sowie unsere Fähigkeitsziele in allen Dimensionen zu erfüllen, auch in Bezug auf weitreichende Präzisionsschläge, die integrierte Flug- und Raketenabwehr, unbemannte Systeme, Spitzentechnologien und nachrichtendienstliche Fähigkeiten. Wir arbeiten an der Entwicklung einer interoperablen transatlantischen Cloud-Infrastruktur für militärische Operationen sowie dem Einsatz leistungsfähiger KI-Modelle.
  4. Die Ukraine trägt zur transatlantischen Sicherheit bei, und wir als Verbündete sind geeint in unserer unerschütterlichen Unterstützung für die Ukraine bei der Verteidigung ihrer Freiheit, Souveränität und territorialen Unversehrtheit. Die europäischen Verbündeten und Kanada finanzieren mittlerweile den weitaus größten Teil der Sicherheitsunterstützung für die Ukraine über bilaterale und multilaterale Instrumente. Die Verbündeten unterstreichen, dass diese Unterstützung gerecht, planbar und langfristig tragbar sein muss. Für 2026 haben die Verbündeten militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung für die Ukraine in Höhe von 70 Milliarden Euro zugesagt und ihr jeweiliges souveränes Bekenntnis bekräftigt, dies auch 2027 in mindestens gleichwertigem Umfang zu tun. Deshalb begrüßen wir die Entscheidung der Europäischen Union, durch das Unterstützungsdarlehen für die Ukraine dem Land mehrjährige Mittel zur Verfügung zu stellen.
  5. Das Bündnis reagiert weiterhin auf strategischen Wettbewerb, umfassende Instabilität, hybride Bedrohungen und wiederkehrende Schocks, die unser allgemeines Sicherheitsumfeld prägen, und passt sich entsprechend an. Die Verbündeten bekräftigen erneut, dass Iran niemals eine Kernwaffe besitzen darf, und rufen Iran dazu auf, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus uneingeschränkt zu achten.
  6. Wir danken der Türkei für ihre großzügige Gastfreundschaft. Wir sehen unserem nächsten Treffen erwartungsvoll entgegen.
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